Die Angst vor dem
Dunkel des Brunnens. Grenzerfahrung, Sterben und Todesnähe in der
deutschsprachigen Literatur
Berichte über sog. Nah-Todeserfahrungen sind heute in
aller Munde und zahlreiche Menschen sind davon überzeugt, den Tod überlebt zu
haben. Tatsächlich basiert eine solche Interpretation jedoch auf einer falschen
Grenzziehung zwischen Leben und Sterben, Sterben und Tod, die sich nicht nur im
Alltag, sondern auch in solchen Konstrukten wie dem Begriff des
"Hirntodes" ausgebreitet hat.
Denn der Tod, vor dem man sich heute so fürchtet, ist nicht
mehr der grässliche Schnitter, der einen hohnlachend um die Ecke bringt. Und es
ist auch nicht Lessings schläfriger Genius, der uns ins Jenseits hinüberwiegt.
Der moderne Tod ist ein Wechselbalg, das sich selbst überholt hat: Er steht vor
dem Ende des Sterbens mitten im Leben; er setzt Zeichen an Menschen, die nicht
sterben, sondern ableben; er kulminiert schließlich in einem Todes-Fall, der
als Vorab-Tod definiert werden kann.
Zu beziehen über: http://www.grin.com/e-book/166448/die-angst-vor-dem-dunkel-des-brunnens
Achtung: Neuerscheinung: Atem Sein - Gedichte vom anderen Ende der Liebe
- Broschiert: 72 Seiten
- Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (16. Mai 2011)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3842351615
- ISBN-13: 978-3842351615